Presseinformation zur Schallaburg

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Klaus Kerstinger
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Eine faszinierende Reise in die Welt und das Selbstverständnis der Nomaden

Ab dem 09. April lädt Sie die Schallaburg mit „Reiternomaden in Europa – Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn“ auf einen Streifzug mit den Steppenreitern des Frühmittelalters ein. Oftmals in der Geschichte als brandschatzende Völker dargestellt – werden die Reiternomaden auf der Schallaburg unter einem anderen Blickwinkel betrachtet und so eröffnet sich eine neue Sicht auf ihre Lebensweisen.

Krieger und Eroberer – so werden die Reiternomaden üblicherweise wahrgenommen, doch die nomadische Lebensweise war keinesfalls primitiv, sondern eine hochspezialisierte Anpassung an das Leben in ökologischen Nischen. Dafür waren großes Wissen und Fähigkeiten vonnöten. Sie hinterließen moderne Technologien und Moden und nahmen großen Einfluss auf ihre Umgebung.

Reiternomaden als prägende Bestandteile Europas 

Wer waren die Völker, die das Karpatenbecken, den Unteren Donauraum, aber auch den Osten des heutigen Österreichs über viele Jahrhunderte hinweg geprägt haben? Was bewog sie dazu, aufzubrechen und nach Westen zu wandern? Und warum konnten manche von ihnen bleibende Reiche schaffen, während andere fast spurlos wieder verschwanden? 
Heute wissen wir, dass Reiternomaden mitnichten nur Krieg und Zerstörung gebracht haben, obwohl dies ein Teilaspekt ihrer Interaktion war. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über die einstigen Reiternomaden lösen Stereotype ab und bieten erstmals eine vergleichende Betrachtung dieser Kulturen.  Der geographische Raum Niederösterreichs im weiteren Sinne ist für die Erforschung der frühmittelalterlichen Reiternomaden ein Knotenpunkt früher Begegnungen und eine Zone des oft friedlichen Austausches. 

Ist es nicht faszinierend, wie Geschichte und Archäologie mit modernsten Methoden die Vergangenheit erforschen? Wo heute Niederösterreich ist, begegneten sich seit über 2000 Jahren völlig verschiedene Gesellschaften und Kulturen. Die Reitervölker aus dem Osten lebten nach völlig anderen Regeln und Werten. Aber sie passten sich in vielerlei Hinsicht den Nachbarn an“, erklärt Kurator Falko Daim.

Mitteleuropa wurde kontinuierlich von reiternomadischen Kulturen geprägt, die ihre Heimat im eurasiatischen Steppenraum hatten – sie sind ein wichtiger und unterschätzter Puzzlestein in der Entstehung Europas.

„Es ist beeindruckend zu beobachten, welch unterschiedliche Strategien die Reiternomaden verfolgten, um sich in ihrer neuen Heimat zu behaupten. Noch heute ist uns der Hunnenkönig Attila ein Begriff, während das Großreich der Awaren, das sich bis nach Österreich erstreckte, den meisten so gut wie unbekannt ist. Man sieht hier, wie stark unsere Wahrnehmung der Vergangenheit auf der Stärke von Geschichten und Legenden beruht", unterstreicht Kurator Dominik Heher.

Die feierliche Eröffnung der Schallaburg nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner: „Im Melker Alpenvorland präsentiert die Schallaburg – eines der angesehensten Ausstellungszentren Österreichs – wieder eine Ausstellung mit aktuellem Bezug und am Puls der Zeit. Seit jeher wurde Europa von einer gesellschaftlichen Vielfalt geformt und laufend umgeformt. Die Ausstellung Reiternomaden in Europa zeigt, wie sich fremde Gesellschaften über Kultur- und Sprachgrenzen hinweg verständigten und aufeinander zubewegten. Das Image der zerstörerischen Steppenvölker wird geradegerückt und die vielen positiven Aspekte, wie zum Beispiel ihre hochmodernen Technologien, werden in den Fokus gestellt. Gerade auch in Niederösterreich finden sich zahlreiche beeindruckende Zeugnisse und Funde wie die Fürstin von Untersiebenbrunn. Neben der spannenden Ausstellung bietet die Schallaburg auch heuer einen eigens konzipierten Escape Room, der die Gäste auf eine geheimnisvolle Reise in die Geschichte der Schallaburg entführt.“

Veranschaulicht durch einzigartige Funde und abgerundet durch Illustrationen von Martin Stark, tauchen die Gäste tiefer ein in das Selbstverständnis der frühmittelalterlichen Reiternomaden. Dabei werden spannende Unterschiede wie auch Parallelen dieser multikulturellen Gesellschaften sichtbar. Mit der Ausstellung „Reiternomaden in Europa” lädt die Schallaburg ein, die vermeintlich „wilden Horden“ mit anderen Augen zu sehen.

Escape Room: „Unter Verdacht! – Die Akte Losenstein“

Nach dem Erfolg des letztjährigen Escape Rooms gilt es auch heuer wieder ein spannendes, historisches Rätsel zu lösen! Diesmal steht die Schallaburg selbst im Mittelpunkt des Rätsels. Die knifflige Aufgabe lautet: Wie hat Hans Wilhelm von Losenstein Mitte des 16. Jahrhunderts das Bauprojekt Schallaburg finanziert? Ging da alles mit rechten Dingen zu? In fünf Räumen tauchen mutige Entdeckerinnen und Aufdecker tief ein in eine Zeit zwischen Reformation und Gegenreformation, Familiengeheimnissen und dem Umbau der Schallaburg.

Gesamterlebnis Schallaburg

„Ein Tag auf der Schallburg ist Kulturwellness pur – das Zusammenspiel von Ausstellung, Burg und unserem wunderschönen Renaissance-Garten dient als Inspirationsquelle. Und mit unserem Escape-Room sorgen wir zusätzlich für einen Nervenkitzel“, freut sich Peter Fritz, operativer Geschäftsführer der Schallaburg, auf die kommende Ausstellungssaison.

Weitere Information

Sämtliches Bildmaterial wird für Pressezwecke in Zusammenhang mit der Schallaburg honorarfrei zu Verfügung gestellt.


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