Sujet der Ausstellung „Reiternomaden in Europa“ im Jahre 2022 © Gruppe Gut
2022 auf der Schallaburg

Reiternomaden in Europa

Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn

Vor langer Zeit – im frühen Mittelalter etwa – gab es in Mitteleuropa immer wieder Nomadenvölker. Die berittenen Händler und Krieger kamen über weites Steppenland aus Eurasien bis nach Niederösterreich. Sie wanderten mit all ihrem Hab und Gut über die "Völkerautobahn" zwischen Mongolei und Karpatenbecken.

Heute werden die Reiternomaden zumeist als brandschatzende Invasoren gesehen. Doch neue Erkenntnisse bringen mehr Licht in das Mysterium der Steppenvölker, denn neben neuer Mode und Technologien brachten sie auch neue Sichtweisen mit. Im Fokus der Ausstellung stehen die Reiche der Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn.

2022 folgten wir auf der Schallaburg ihren Spuren bis in die Gegenwart.

AUCH DIE FRÜHMITTELALTERLICHEN REITERNOMADEN HABEN ZUR ENTSTEHUNG DES MODERNEN EUROPAS BEIGETRAGEN, SIE GEHÖREN ZU UNSEREN MÜTTERN UND VÄTERN.
Falko Daim & Dominik Heher, Kuratoren der Ausstellung „Reiternomaden in Europa"

Die Ausstellung „Reiternomaden in Europa war wieder eine faszinierende Zeitreise." 

Für für die sensationelle Weiterempfehlungsrate von über 97% sagen wir DANKE!

Mit Impressionen, Fakten über die Ausstellung und inhaltlichen Eindrücken aus diversen Materialen hoffen wir, Ihnen einen Rückblick auf 2022 zu bieten. So können Sie sich an die Ausstellung noch Jahre später erinnern und Ihre eigenen Erkenntnisse in Erinnerung behalten. 

Saison 2022

Impressionen

    Das war die Ausstellung 2022

    Fakten zur Ausstellung

    Reiternomaden in Europa

    Besucherzahlen & Co.

    Führungen:
    SchallaCast: 5 Folgen
    Arkadenhof-Gespräche: 1x
    Gäste: rund 124.000 

    Das Team 2022

    in Kooperation mit dem Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale)

    Künstlerische Leitung: Kurt Farasin (bis 31.12.2021)
    Ausstellungskonzept und wissenschaftliche Leitung: Falko Daim, Dominik Heher
    Ausstellungsarchitektur und -grafik: Gruppe Gut Gestaltung
    Illustration: Martin Stark

    Externe Unterstützung

    Wissenschaftliche Arbeitsgruppe:
    Andrey Aladzhov, Gergely Csiky, Valeri Grigorov, Bence Gulyás, Zsófia Masek, Zsófía Rácz, László Révész, Levente Samu, Rita Soós, Gergely Szenthe, Tivadar Vida 

    Kooperationspartner:

    • Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale)
    • National Archaeological Institute with Museum – Bulgarian Academy of Sciences, Sofia
    • Hungarian National Museum, Budapest
    Illustration eines Nomadenzuges mit Planwagen, Reitern, Fußvolk & Tieren
    © Gruppe Gut / Martin Stark
    Das war die Ausstellung 2022

    Reiternomaden in Europa

    Hunnen. Awaren. Bulgaren. Ungarn
    Steppenlandschaft mit 3 Rundzelten, im Hintergrund Berge
    Die Steppe als Lebensraum für Nomaden: Die Jurten sind leicht und können einfach umgesiedelt werden. © Adobe Stock

    Steppenland ist Weideland und Gras bedeutet Nahrung für Tiere wie Ziegen und Schafe. Diese sorgen wiederum für die Verpflegung der Menschen. Nomadentum bedeutet für den Großteil der Menschen in den Stämmen „Hirte sein". Doch schon früh bilden sich auch in nomadischen Stämmen Sozialstrukturen und Hierarchien aus. Eine kämpfende Elite entsteht, die ihre ersten Fertigkeiten auf der Jagd gewonnen hat.

    Querstreifen türkis, beige, olivgrün, rot mit Schriftzug „Reiternomaden in Europa“, Silhouette eines Kriegers stehend mit Speer, am oberen Rand Schriftzug „SchallaCast“ eingefasst in L's
    © Gruppe Gut

    Hunnen

    Was wir als das „Volk“ der Hunnen kennen, ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Seinen Kern bilden ostasiatische Reiternomaden, die ab dem 3. Jahrhundert nach Westen drängen. Nomaden aus Zentralasien schließen sich an, teils unter Zwang, teils wegen der Aussicht auf Beute. Im Jahr 375 erreichen die Hunnen das Schwarze Meer und zerschlagen die dortigen Reiche der Alanen und Goten. Die Hunnen nehmen die von ihnen Unterworfenen gerne auf. Rund um den asiatischen Kern der Horde bildet sich so ein vielsprachiger und multikultureller Verband heraus, dessen Macht bald vom Schwarzen Meer bis nach Ungarn reicht. Seinen Höhepunkt erlebt das Reich der Hunnen unter Attila. Der charismatische Kriegsherr hält die Horde zusammen und fordert sogar das mächtige Römische Reich heraus.

    Als Attila stirbt, zerfällt das Hunnenreich aber so rasch, wie es einst entstanden ist.

    Schwert mit Rubinen, goldenes Diadem mit Rubinen, Gürtelschnalle mit Granatsteinen, Stempel „Hunnen“, Illustration zwei bepackten Personen, auf blau gestreiftem Hintergrund
    Rubine & Granatsteine auf Schwert, Diadem und Gürtelschließe aus der Zeit der Hunnen zeigen das Modebewusstsein © Schwert: Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte; Diadem: Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/Rheinisches Bildarchiv Köln; Gürtelschließe: Wosinsky Mór County Museum, Szekszárd; Grafik: Gruppe Gut

    Awaren

    Die Geschichte der Awaren in Europa beginnt 558/59: Damals bieten sie dem byzantinischen Kaiser ihre Dienste als fähige Reiterkrieger an. Im Gegenzug ersuchen sie um Siedlungsgebiete, denn die Türken haben sie aus ihrer Heimat verdrängt.

    Wer die Awaren sind und woher genau sie kommen, ist unklar, denn die Bezeichnung „Awaren“ ist damals sehr beliebt: Mehrere reiternomadische Gruppen verwenden sie. Vermutlich handelt es sich um einen Stammesverband, der aufgebrochen ist, als sich das Reich der Rouran in der Mongolei und in der Mandschurei auflöste. Etwa 20.000 Krieger kommen mit ihren Familien nach Europa.

    Die Awaren siedeln sich zunächst an der unteren Donau an und nehmen ab dem Jahr 568 das Karpatenbecken in Besitz. Dort begründen sie ein Reich, das fast 250 Jahre überdauert und sich an seinem Höhepunkt von Niederösterreich bis ins heutige Rumänien erstreckt.

    Überreste eines gold-silbernen Gürtels, Mantelfibel, Stempel „Awaren“, Illustration eines reitenden Kriegers mit Pfeil & Bogen, verrostete Steigbügel, auf braun gestreiftem Hintergrund
    Gürtelüberreste, Mantelfibel mit Abbildung, Steigbügel – die Awaren brachten neue Techniken in die Gesellschaft © Gürtel: Museum Ferenczy, Szentendre; Fibel: Janus Pannonius Museum, Pécs; Steigbügel: Erkel Ferenc Museum, Gyula, Hungary; Grafik: Gruppe Gut

    Bulgaren

    Im Jahr 680 lässt sich ein Verband nomadischer Stämme nahe der Donaumündung nieder. Die Menschen sprechen wohl eine türkische Sprache, woher sie kommen, ist aber nicht klar. Sie nennen sich „Bulgaren“ – damals eine Art Sammelbegriff für nomadische Gruppen, von denen manche schon früher im Awarenreich lebten. Nach und nach dehnen die Bulgaren ihr Reich bis zum Balkan aus und bringen Byzanz in Bedrängnis. Anders als die Hunnen, Awaren und Ungarn hinterlassen sie im Zuge der Landnahme deutliche Spuren:

    Inschriften, riesige Erdwälle und ganze Städte. Im Lauf der Zeit passen sie sich ihrem Umfeld an. Sie übernehmen die Sprache ihrer slawischen Untertanen und den christlichen Glauben ihrer byzantinischen Nachbarn.

    Dieses Erste Bulgarische Reich steigt zur Großmacht auf, ehe es 1018 von den Byzantinern vernichtet wird. Die Erinnerung daran bleibt jedoch lebendig und prägt Bulgarien bis heute.

    Goldener Ring mit eingeritzter Rune, Model einer Jurte, Illustration eines beladenen Karrens mit Pferd & 3 Personen, Stempel „Bulgaren“, Opferstein/Altar, auf grün gestreiftem Hintergrund
    Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen & religiösen Handlungen von Reiternomaden werden durch Artefakte bei den Bulgaren entdeckt. © Ring: National Archaeological Institute with Museum, Bulgarian Academy of Sciences, Sofia (NAIM); Jurte: Regional Museum of History – Varna ; Altar: Regional Museum of History in Silistra; Grafik: Gruppe Gut

    Ungarn

    Die frühen Ungarn, auch bekannt als Magyaren, sind ein Bündnis von nomadischen Stämmen überwiegend türkischer und finno-ugrischer Herkunft. In der ungarischen Sprache ist diese Vermischung bis heute erkennbar.

    Nach Europa kommen die Ungarn nicht ganz freiwillig: Konkurrierende Nomaden verdrängen sie im 9. Jahrhundert aus ihren Gebieten nördlich des Schwarzen Meeres. Eine neue Heimat finden die Ungarn im Karpatenbecken, das sie um 900 fast ohne Gegenwehr in Besitz nehmen. Nach ihrer Ansiedlung leben sie zunächst vom Krieg, sei es als Plünderer, sei es als Söldner für Nachbarreiche. Doch langsam verändert sich das Reich der Steppenkrieger. Die Ungarn werden Christen und errichten ein Königreich, das zum Vorläufer des heutigen ungarischen Staates wird.

    Stempel „Ungarn“, Taschendeckplatte aus Silber, verrostetes Schwert, Illustration von 3 sitzenden Personen beim Essen, Tongefäß, auf rot gestreiftem Hintergrund
    Auch die ungarischen Reiternomaden brachten Kunstfertigkeit und Weiterentwicklungen mit. © Deckplatte: Hungarian National Museum /MNM; Schwert: Jósa András Museum, Nyíregyháza, Tongefäß: Herman Ottó Múzeum, Inv.-Nr. 93.8.2.; Grafik: Gruppe Gut
    Illustration eines Nomadenzuges mit Planwagen, Reitern, Fußvolk & Tieren
    © Gruppe Gut / Martin Stark
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