In der Vorderbrühl (NÖ) wurde durch die Babenberger anläßlich der Hochzeit eines Babenbergers (?) mit einer Prinzessin aus Byzanz die angeblich damals größte Burg der Babenberger errichtet. [...]

Ulrike Nemling

Geschichte

[...] Wie hieß der Babenberger, wie die Prinzessin, oder ist da nur ein G`schichterl?

Die Rede ist von der Burgruine Mödling.

In einer Passauer Urkunde aus dem Jahr 903 wird ein Hof Medilihka erstmals erwähnt. Er lag aber nicht an der Stelle der heutigen Ruine sondern in der heutigen Stadt. Während der Ungarneinfälle dürfte er vermutlich zerstört worden sein. 1137 ist bereits von einem castellanus die Rede, der vermutlich bereits auf dem Hügel über der Stadt saß. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts stellten die Kuenringer die Kastellane. Mödling war zuerst ein Lehen des Bistums Eichstädt und dann des Stiftes Melk bis es an die Babenberger überging. Diese gelten als die Erbauer der Burg. Mit einer Grundfläche von 175 x 80 m war sie eine der größten Wehranlagen des 12. Jahrhunderts in unserem Raum. In Mödling lebte ab 1177 eine Nebenlinie der Babenberger. Einige Historiker vermuten allerdings, dass sich ihre Residenz zumindest anfänglich hinter der Othmarkirche befand. Herzog Heinrich II Jasomirgott hatte sich seine zweite Ehefrau, Theodora Komnena, vom Zweiten Kreuzzug mitgebracht. Sie war die Nichte des byzantinischen Kaisers Flavius Manuel I. Komnenos (reg. 1143 - 1180). Ursprünglich soll die Burg als Witwensitz für Theodora Komnena gedacht gewesen sein. Unter dem jüngeren Sohn der beiden, Heinrich, der auch Dux de Medelich genannt wurde, erlebte die Burg Mödling ihre Blütezeit. Sein Hof war für das gepflegte gesellschaftliche und kulturelle Leben bekannt. 1219 soll sich hier der Minnesänger Walther von der Vogelweide für längere Zeit aufgehalten haben. Nach dem Aussterben dieser Nebenlinie fiel Mödling 1236 an die durch Herzog Friedrich II. repräsentierte Hauptlinie zurück.

 

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