Künstlerische Interventionen - Debattenräume

Künstlerische Interventionen - Debattenräume

Fünf Debattenräume, gestaltet von Künstlerinnen und Künstlern, machen die Ausstellung zum Forum und zur Kontaktzone.

Wofür kämpfen? Was bewegen?

Dringende Fragen sozialer und politischer Ungleichheit sind Auslöser der feministischen Bewegung der 1970er. Bis heute eröffnen sie umkämpfte Felder, deren Inhalte, Debatten und Handlungen im Alltag gelebt, politisch geregelt, aktivistisch erkämpft und künstlerisch bearbeitet werden. Die Installation ist ein Archiv alter und neuer, privater und öffentlicher Erinnerungsbilder voller immer noch relevanter Fragen. Sie will zu generationen- und genderübergreifenden Diskussionen anregen.

Konzeption: Stefanie Seibold in Kooperation mit Ida Divinzenz, Büro trafo.K, Gabu Heindl, Georg Clam-Martinic, Anne Glassner, Andrea Hiller, Michaela Hutterer, Dagmar Preinersdorfer, Stefan Köninger

Wessen Bildung, wessen Zukunft?

Der Debattenraum ist der Aktualisierung von Kämpfen um den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt gewidmet. Welche Fragen stellen sich heute? Wer fordert was? Die hier versammelten Interventionen zeigen die Brüchigkeit und Unvollständigkeit eines Bildungsbegriffs auf, der davon ausgeht, dass es einen allgemein gültigen Wissenskanon gibt. Mit ihrer Collage versuchen die Künstlerinnen, Trennungen von Lohnarbeit und Reproduktionsarbeit, Lernen und Lehren, Wissen und Erfahrung zu durchbrechen. Alle sind herzlich eingeladen, sich diesen Raum zu eigen zu machen!

Konzeption: Ezgi Erol, Sophie Schasiepen
Umsetzung: Ezgi Erol, Onur Serdar
In Kooperation mit Büro trafo.K, Gabu Heindl, Martina Soi Gunelas

Wie zusammenleben?

Zusammenwohnen abseits der Familie: Wohngemeinschaften, Landkommunen, Wagenplätze – Selbstverwaltung! Manche Fragen lassen sich aber auch durch gemeinsame
Ökonomie, freie Liebe und ein wöchentliches Plenum nicht automatisch lösen. Wer macht die Hausarbeit? Wer ist für die Kinder da? Was gilt überhaupt als Arbeit? Am  runden Plenumstisch können Sie sich selbst in Diskussionen stürzen – aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
How can we live together?

Konzeption: Lisa Bolyos in Kooperation mit Büro trafo.K, Gabu Heindl, Helmut Borek, Georg Clam-Martinic, Anne Glassner, Andrea Hiller

Was hat das mit mir zu tun?

Die 70er-Jahre versprechen einst gesellschaftlichen Aufbruch und Demokratie. Doch was davon ist eingelöst worden? Und was bedeuten die politischen Forderungen von damals für die Gegenwart? Das partizipatorische Kunstprojekt „Willkommen im Club“ lädt Sie dazu ein, im Clubraum der Schallaburg Platz zu nehmen und miteinander zu diskutieren.

Konzeption: Martin Krenn in Kooperation mit Büro trafo.K, Gabu Heindl, Helmut Borek, Georg Clam-Martinic, Karin Bünger, Michaela Hutterer, Dagmar Ille

Was heißt alle?

Die Geschichte der Museumsbesetzungen muss noch geschrieben werden. Besetzungen sind immer verbunden mit Forderungen zur Umverteilung von Ressourcen: von Geld, von Räumen, von Zugangsmöglichkeiten, von Aufmerksamkeit. Der Debattenraum stellt die Frage nach dem Zugang zum Museum noch einmal: „Was heißt alle“ in
diesem konkreten Zusammenhang? Stellen Sie sich vor, Sie hätten diesen oder einen anderen nicht mehr oder noch nicht gestalteten Raum zur Verfügung: Wie und womit würden Sie ihn besetzen?

Konzeption: Claudia Hummel in Kooperation mit Büro trafo.K, Katja Gretzinger, Gabu Heindl, Helmut Borek, Karin Bünger, Georg Clam-Martinic, Johann Reitbauer

 

Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich

"...was haben wir dann heute?"
Ein Beitrag von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich zur Ausstellung - ab 5. Juni

Mit: Danica Dakić, Petja Dimitrova, Oliver Ressler, Anna Witt
Kuratorin: Maren Richter

In den 70er Jahren war der öffentliche Raum auch für die Kunst als Austragungsort neuer demokratischer Kunstformen umkämpft. Der Beitrag von Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich schließt daher direkt an den Titel "Damals war Zukunft" an: Wenn damals Zukunft war, "was haben wir dann heute?" Die vier KünstlerInnen Danica Dakić, Petja Dimitrova, Oliver Ressler und Anna Witterkunden, wo "der Blick nach vorne" heute noch Platz für Zukunftsweisendes bietet. Aus vier verschiedenen Regionen Europas kommend, hat sich für sie die Zukunft der 1970er Jahre mit jeweils anderen politischen wie gesellschaftlichen Versprechungen fest- und fortgeschrieben. Die künstlerischen Arbeiten, die das Plakat als Werkzeug des Dialogs von damals nehmen, tauchen ab Juni rund um die Schallaburg auf, wechseln teils ihre Standorte und Formen, erzählen von Normal- und Ausnahmezuständen, Geschichte(n), Gemeinschaft und regionalen Besonderheiten.

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Anna Witt | D
Landschaft des Eigensinns

Die deutsche Künstlerin Anna Witt lädt im Anschluss an die 70er zum gemeinsamen Agieren ein. Ausgehend von einer Art lokalem Brauch in der Region, nämlich Jubilaren mit Spruchbändern und inszenierten Schaufensterpuppen vor deren Häusern öffentlich zu gratulieren, setzt Witt dieses kreative Potential ein um über den Zeitraum von fünf Monaten mit den BewohnerInnen zu überprüfen, ob etwa der Polit-Slogan der 70er "Das Private ist politisch" heute noch Relevanz hat, um gesellschaftspolitische Forderungen in Formen eines öffentlichen Protestes zu übersetzen. Über den Sommer tauchen an verschiedenen Orten entlang der Zufahrt zur Schallaburg lokale Forderungen auf.

Danica Dakić | BIH
Ferleza

Ferleza (vom deutschen "Vorleser") basiert auf einer Recherche der bosnischen Künstlerin Danica Dakić in einer Kohle-Mine nahe Sarajevo: Dakić stellt dort einen Bezug zu einem Film aus den 70er-Jahren über das damals brüchig werdende Arbeiterheldentum in Jugoslawien her. Gemeinsam mit den Minen-Arbeitern inszenierte Dakic nun ein fotografisches Monument der Arbeiterschaft der Gegenwart im (globalen) wirtschaftlichen Wettbewerb. Der Titel bezieht sich auf das tägliche Ritual des Vorlesens der Sicherheitsbestimmungen vor Schichtbeginn im sogenannten Ferleza-Raum, ein Sprach-Relikt aus der k&k Monarchie.

In Kooperation mit dem Fotografen Egbert Trogermann.

Petja Dimitrova | BGR
kommen bleiben zusammen

Die in Wien lebende bulgarische Künstlerin Petja Dimitrova arbeitet zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen. Als Beitrag für die Schallaburg entwickelte sie, Bezug nehmend auf die Ereignisse der letzten Monate rund um die Willkommenskultur für Flüchtlinge und auf Gespräche mit Leuten aus der Region, ein Comic, in dem die vier SuperheldInnen, ALLAHBA, CONČITA, MIGRANTA und HEIDY, ihre migrantischen Superkräfte einsetzen um herauszufinden, wo Ängste und Hoffnungen einen Anspruch auf "Zukunft" (re)formulieren. Als Zeitung gestaltet wird die Bildgeschichte an die Haushalte in der Region verschickt, gefolgt von einer Veranstaltung im Herbst 2016 in Kooperation mit verschiedenen regionalen Initiativen.

Oliver Ressler | A
The Economy is wounded - I hope it dies!

Betitelt mit einem kämpferischen Zitat von 1968 stellt der Österreicher Oliver Ressler eine Verbindung her zum Güterverkehr im Donauraum unweit der Schallaburg. Seit den 70er-Jahren hat hier der Schiffsverkehr durch die Liberalisierung des Freihandels eklatant zugenommen. Mit dem TTIP-Abkommen etwa würde der Welthandel nochmals eine neue Dimensionen erfahren. Laut Statistik Austria wurden auf der Donau in den letzten Jahren ca. 10 Millionen Tonnen Güter pro Jahr in und durch Österreich transportiert. Wenngleich also die Donau bis heute nicht an Wichtigkeit als einer der ältesten Handelswege verloren hat, bleibt zu fragen, wie viel zusätzliche Frachtschiffe und Mengen an Treibstoff durch einen noch grenzenloseren globale Güterverkehr haltbar sind.

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