„Reiternomaden in Europa“

Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn

Einleitung

Steppenland ist Weideland und Gras bedeutet Nahrung für Tiere wie Ziegen und Schafe. Diese sorgen wiederum für die Verpflegung der Menschen. Nomadentum bedeutet für den Großteil der Menschen in den Stämmen „Hirte sein". Doch schon früh bilden sich auch in nomadischen Stämmen Sozialstrukturen und Hierarchien aus. Eine kämpfende Elite entsteht, die ihre ersten Fertigkeiten auf der Jagd gewonnen hat.

Führungen in die Ausstellung

Historische Spuren lesen

Von den asiatischen Steppen bis zu uns an die Donau: Die frühmittelalterlichen Reiternomaden in Europa. Wir begleiten Sie in der Ausstellung durch die Reiche der Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn. Entdecken Sie mit unserem Team der Kulturvermittlung spannende Aspekte, Unterschiede und Gemeinsamkeiten und verfolgen Sie archäologische wie kulturelle Spuren bis ins Heute.

Sammelführungen

Montag bis Donnerstag: 10, 11, 13 und 14 Uhr

Freitags zusätzlich: 15 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag : 10, 11, 13, 14, 15, 16 Uhr

Familienführungen

Sonntag und Feiertag 11.30 Uhr

Das Führungsangebot kostet pro erwachsene Person 4,- €.
Die Führung startet am Aufgang zur Ausstellung im Großen Arkadenhof der Schallaburg.

© Gruppe Gut / Martin Stark

mehr…

Führungen in die Ausstellung

Historische Spuren lesen

Von den asiatischen Steppen bis zu uns an die Donau: Die frühmittelalterlichen Reiternomaden in Europa. Wir begleiten Sie in der Ausstellung durch die Reiche der Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn. Entdecken Sie mit unserem Team der Kulturvermittlung spannende Aspekte, Unterschiede und Gemeinsamkeiten und verfolgen Sie archäologische wie kulturelle Spuren bis ins Heute.

Sammelführungen

Montag bis Donnerstag: 10, 11, 13 und 14 Uhr

Freitags zusätzlich: 15 Uhr

Samstag, Sonntag und Feiertag : 10, 11, 13, 14, 15, 16 Uhr

Familienführungen

Sonntag und Feiertag 11.30 Uhr

Das Führungsangebot kostet pro erwachsene Person 4,- €.
Die Führung startet am Aufgang zur Ausstellung im Großen Arkadenhof der Schallaburg.

© Gruppe Gut / Martin Stark

Stempel_Hunnen_beige.png

Kulturelle Verflechtungen: Gürtelschnalle

DAS EXPONAT: Teilinventar eines Frauengrabes

Der Großteil der Untertanen und Verbündeten der Hunnenkönige sind Germanen, Alanen, Sarmaten und Angehörige anderer Gruppen. In der Oberschicht entsteht eine recht einheitliche Kultur, die sich vom Schwarzen Meer bis Westeuropa erstreckt.
Die reiche Dame aus einem Grab in Regöly (Ungarn) etwa trägt germanische Tracht, ihr Schädel wurde in der Kindheit künstlich verformt. Der Krug mit Vogelkopf verweist auf das nördliche Schwarzmeergebiet. Doch heißt das, dass sie auch Germanin ist?
Und selbst wenn: Ist sie mit den Hunnen nach Europa gekommen? Hat sie sich als Hunnin verstanden? Oder ist sie vor ihnen geflohen?

Fundort: Regöly-Pénzesdomb, Ungarn 
© Szekszàrd, Mór Wosinsky County Museum

mehr…

Kulturelle Verflechtungen: Gürtelschnalle

DAS EXPONAT: Teilinventar eines Frauengrabes

Der Großteil der Untertanen und Verbündeten der Hunnenkönige sind Germanen, Alanen, Sarmaten und Angehörige anderer Gruppen. In der Oberschicht entsteht eine recht einheitliche Kultur, die sich vom Schwarzen Meer bis Westeuropa erstreckt.
Die reiche Dame aus einem Grab in Regöly (Ungarn) etwa trägt germanische Tracht, ihr Schädel wurde in der Kindheit künstlich verformt. Der Krug mit Vogelkopf verweist auf das nördliche Schwarzmeergebiet. Doch heißt das, dass sie auch Germanin ist?
Und selbst wenn: Ist sie mit den Hunnen nach Europa gekommen? Hat sie sich als Hunnin verstanden? Oder ist sie vor ihnen geflohen?

Fundort: Regöly-Pénzesdomb, Ungarn 
© Szekszàrd, Mór Wosinsky County Museum

Waffe mit Glücksfaktor?

DAS EXPONAT: Schwert mit Schwertperle
Die Schwerter aus der Hunnenzeit sind lang, gerade und zweischneidig. Sie werden sowohl von den Hunnen als auch von ihren germanischen Verbündeten geführt. Die „Schwertperle“ ist wohl mit einer Schnur am Griff befestigt und dient vermutlich als eine Art magischer Talisman.
Dieses Prunkschwert stammt aus dem Grab eines Reiterkriegers, der gemeinsam mit seinem Pferd bestattet wurde.

Fundort: Taman, Russland 5. Jh.; Eisen, vergoldete Bronze, Glaseinlagen, Schwertperle: Chalzedon
© Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte

mehr…

Waffe mit Glücksfaktor?

DAS EXPONAT: Schwert mit Schwertperle
Die Schwerter aus der Hunnenzeit sind lang, gerade und zweischneidig. Sie werden sowohl von den Hunnen als auch von ihren germanischen Verbündeten geführt. Die „Schwertperle“ ist wohl mit einer Schnur am Griff befestigt und dient vermutlich als eine Art magischer Talisman.
Dieses Prunkschwert stammt aus dem Grab eines Reiterkriegers, der gemeinsam mit seinem Pferd bestattet wurde.

Fundort: Taman, Russland 5. Jh.; Eisen, vergoldete Bronze, Glaseinlagen, Schwertperle: Chalzedon
© Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte

Für die Dame von Welt: Diadem

DAS EXPONAT 

Die reichsten Damen der hunnischen Oberschicht tragen Diademe wie dieses.Bisher sind etwa 20 Exemplare bekannt. Diademe gehören zu jenen Objekten, die sich mit der Ausdehnung des Hunnenreichs bis weit in den Westen verbreiten. Der Besatz des Goldreifens mit Granaten ist typisch für den Modegeschmack dieser Zeit.

Fundort: Ufer des Tiligul Liman bei Odessa, Ukraine spätes 4./Mitte 5. Jh.; Gold, Granate, Silber (modern)
© Köln, Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/FOTOCREDIT

mehr…

Für die Dame von Welt: Diadem

DAS EXPONAT 

Die reichsten Damen der hunnischen Oberschicht tragen Diademe wie dieses.Bisher sind etwa 20 Exemplare bekannt. Diademe gehören zu jenen Objekten, die sich mit der Ausdehnung des Hunnenreichs bis weit in den Westen verbreiten. Der Besatz des Goldreifens mit Granaten ist typisch für den Modegeschmack dieser Zeit.

Fundort: Ufer des Tiligul Liman bei Odessa, Ukraine spätes 4./Mitte 5. Jh.; Gold, Granate, Silber (modern)
© Köln, Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/FOTOCREDIT

Mit einem Grabungstagebuch zum Familienabenteuer

Auf der Suche nach dem verschwundenen Schwert

Das Schwert des Hunnenkönigs Attila ist bei einer Ausgrabung spurlos verschwunden. Um es vor Diebstahl zu schützen, soll es Archäologin Vera auf der Schallaburg versteckt haben. Löst gemeinsam die Rätsel und findet die Hinweise, die Vera hinterlassen hat. Vielleicht können wir das Schwert wiederfinden!

Vermittlungsangebot für Familien, kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren

© Gruppe Gut / Martin Stark

mehr…

Mit einem Grabungstagebuch zum Familienabenteuer

Auf der Suche nach dem verschwundenen Schwert

Das Schwert des Hunnenkönigs Attila ist bei einer Ausgrabung spurlos verschwunden. Um es vor Diebstahl zu schützen, soll es Archäologin Vera auf der Schallaburg versteckt haben. Löst gemeinsam die Rätsel und findet die Hinweise, die Vera hinterlassen hat. Vielleicht können wir das Schwert wiederfinden!

Vermittlungsangebot für Familien, kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren

© Gruppe Gut / Martin Stark

Hunnen

Was wir als das „Volk“ der Hunnen kennen, ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Seinen Kern bilden ostasiatische Reiternomaden, die ab dem 3. Jahrhundert nach Westen drängen. Nomaden aus Zentralasien schließen sich an, teils unter Zwang, teils wegen der Aussicht auf Beute. Im Jahr 375 erreichen die Hunnen das Schwarze Meer und zerschlagen die dortigen Reiche der Alanen und Goten. Die Hunnen nehmen die von ihnen Unterworfenen gerne auf. Rund um den asiatischen Kern der Horde bildet sich so ein vielsprachiger und multikultureller Verband heraus, dessen Macht bald vom Schwarzen Meer bis nach Ungarn reicht. Seinen Höhepunkt erlebt das Reich der Hunnen unter Attila. Der charismatische Kriegsherr hält die Horde zusammen und fordert sogar das mächtige Römische Reich heraus.

Als Attila stirbt, zerfällt das Hunnenreich aber so rasch, wie es einst entstanden ist.

Stempel_Awaren_black.png

Vom Pferd begleitet

DAS EXPONAT: Pferdezubehör aus einem awarischen Kriegergrab 

Nach Beisetzung des Kriegers von Derecske opfert man einen etwa sieben bis neun Jahre alten Hengst mit einer Schulterhöhe von 142 Zentimetern. Er wird in einer flacheren Grube gleich neben dem Krieger bestattet. Die Trense, die Beschläge des Zaumzeugs, die Steigbügel und die Beinbeschläge des Sattels sind noch erhalten. Als Speisebeigabe erhält der tote Krieger zudem ein Stück Pferdefleisch.

Fundort: Derecske-Bikás-dűlő, Ungarn
© Debrecen, Déri Múzeum

mehr…

Vom Pferd begleitet

DAS EXPONAT: Pferdezubehör aus einem awarischen Kriegergrab 

Nach Beisetzung des Kriegers von Derecske opfert man einen etwa sieben bis neun Jahre alten Hengst mit einer Schulterhöhe von 142 Zentimetern. Er wird in einer flacheren Grube gleich neben dem Krieger bestattet. Die Trense, die Beschläge des Zaumzeugs, die Steigbügel und die Beinbeschläge des Sattels sind noch erhalten. Als Speisebeigabe erhält der tote Krieger zudem ein Stück Pferdefleisch.

Fundort: Derecske-Bikás-dűlő, Ungarn
© Debrecen, Déri Múzeum

Der Kreislauf der Mode

DAS EXPONAT: Gürtelgarnitur

Die Awaren haben die aufwendig verzierten Gürtel nicht erfunden. Als sie in Europa ankommen, tragen sie noch schlichte Modelle, die höchstens mit Eisen und Knochenteilen verziert sind. Erst durch den Kontakt mit dem Byzantinischen Reich finden sie Geschmack an Gürteln, von denen zahlreiche schmälere Riemen mit Metallbeschlägen baumeln. Die Byzantiner wiederum haben Gürtel dieser Art von Nomaden aus Innerasien kennengelernt.

Fundort: Budakalász-Dunapart, Ungarn um 650; Bronze, Silberblech, Eisen, teilweise vergoldet
© Szentendre, Ferenczy Museum Center

mehr…

Der Kreislauf der Mode

DAS EXPONAT: Gürtelgarnitur

Die Awaren haben die aufwendig verzierten Gürtel nicht erfunden. Als sie in Europa ankommen, tragen sie noch schlichte Modelle, die höchstens mit Eisen und Knochenteilen verziert sind. Erst durch den Kontakt mit dem Byzantinischen Reich finden sie Geschmack an Gürteln, von denen zahlreiche schmälere Riemen mit Metallbeschlägen baumeln. Die Byzantiner wiederum haben Gürtel dieser Art von Nomaden aus Innerasien kennengelernt.

Fundort: Budakalász-Dunapart, Ungarn um 650; Bronze, Silberblech, Eisen, teilweise vergoldet
© Szentendre, Ferenczy Museum Center

Spätantiken Bilderwelten

DAS EXPONAT: Scheibenfibel: Der hl. Georg tötet den Drachen

In Amsterdam bildete sich das erste Zentrum großartiger Globenbauer. Der Kupferstecher Josse de Hondt wurde unter seinem lateinischen Namen Jodocus Hondius einer der ersten Stars seiner Zunft. Zwei seiner berühmten Globen hat der Maler Jan Vermeer in seinen Gemälden „Der Astronom“ und „Der Geograph“ verewigt.

Fundort: Nagyharsány, Ungarn Ende 6./Anfang 7. Jh.; Silberblech, Bronzeblech
© Pécs, Janus Pannonius Museum

mehr…

Spätantiken Bilderwelten

DAS EXPONAT: Scheibenfibel: Der hl. Georg tötet den Drachen

In Amsterdam bildete sich das erste Zentrum großartiger Globenbauer. Der Kupferstecher Josse de Hondt wurde unter seinem lateinischen Namen Jodocus Hondius einer der ersten Stars seiner Zunft. Zwei seiner berühmten Globen hat der Maler Jan Vermeer in seinen Gemälden „Der Astronom“ und „Der Geograph“ verewigt.

Fundort: Nagyharsány, Ungarn Ende 6./Anfang 7. Jh.; Silberblech, Bronzeblech
© Pécs, Janus Pannonius Museum

Awaren

Die Geschichte der Awaren in Europa beginnt 558/59: Damals bieten sie dem byzantinischen Kaiser ihre Dienste als fähige Reiterkrieger an. Im Gegenzug ersuchen sie um Siedlungsgebiete, denn die Türken haben sie aus ihrer Heimat verdrängt.

Wer die Awaren sind und woher genau sie kommen, ist unklar, denn die Bezeichnung „Awaren“ ist damals sehr beliebt: Mehrere reiternomadische Gruppen verwenden sie. Vermutlich handelt es sich um einen Stammesverband, der aufgebrochen ist, als sich das Reich der Rouran in der Mongolei und in der Mandschurei auflöste. Etwa 20.000 Krieger kommen mit ihren Familien nach Europa.

Die Awaren siedeln sich zunächst an der unteren Donau an und nehmen ab dem Jahr 568 das Karpatenbecken in Besitz. Dort begründen sie ein Reich, das fast 250 Jahre überdauert und sich an seinem Höhepunkt von Niederösterreich bis ins heutige Rumänien erstreckt.

Audio-Guide

In Kürze auf Deutsch und Englisch verfügbar.

© Gruppe Gut / Martin Stark

mehr…

Audio-Guide

In Kürze auf Deutsch und Englisch verfügbar.

© Gruppe Gut / Martin Stark

Stempel_Bulgaren_beige.png

Blutopfer

DAS EXPONAT: Altar

Steinblöcke wie dieser dienen den Bulgaren als Altäre, um darauf Tiere zu opfern. Deren Blut wird über die Rillen in ein rechteckiges Becken abgeleitet. Die Oberflächengestaltung spiegelt den Grundriss mehrerer bulgarischer Tempel wider. Mehr als 20 solcher Altäre sind bisher gefunden worden. 

Fundort: Silistra, Bulgarien 9. Jh.; Kalkstein
© Silistra, Regional Historical Museum

mehr…

Blutopfer

DAS EXPONAT: Altar

Steinblöcke wie dieser dienen den Bulgaren als Altäre, um darauf Tiere zu opfern. Deren Blut wird über die Rillen in ein rechteckiges Becken abgeleitet. Die Oberflächengestaltung spiegelt den Grundriss mehrerer bulgarischer Tempel wider. Mehr als 20 solcher Altäre sind bisher gefunden worden. 

Fundort: Silistra, Bulgarien 9. Jh.; Kalkstein
© Silistra, Regional Historical Museum

Rätselhafte Zeichen

DAS EXPONAT: Ring mit Rune

Ähnlich den türkischen Stämmen  der Steppe kennen die Bulgaren eine  Runenschrift, die sie auch nach ihrer Ansiedlung an der Donau weiterverwenden. Die Runen sind auf Steinen, Ziegeln, Tongefäßen und Schmuckgegenständen erhalten. Oft handelt es sich nur um einzelne Zeichen, die vielleicht magische  Bedeutung haben oder Besitz markieren. Bisweilen können Runen auch auf dem Kopf stehen. Entziffert ist die Schrift noch nicht, und selbst die Leserichtung ist umstritten.

Fundort: Ivanovtsi bei Vidin, Bulgarien 8.–9. Jh.; Gold 
© Sofia, National Archaeological Institute with Museum – Bulgarian Academy of Sciences

mehr…

Rätselhafte Zeichen

DAS EXPONAT: Ring mit Rune

Ähnlich den türkischen Stämmen  der Steppe kennen die Bulgaren eine  Runenschrift, die sie auch nach ihrer Ansiedlung an der Donau weiterverwenden. Die Runen sind auf Steinen, Ziegeln, Tongefäßen und Schmuckgegenständen erhalten. Oft handelt es sich nur um einzelne Zeichen, die vielleicht magische  Bedeutung haben oder Besitz markieren. Bisweilen können Runen auch auf dem Kopf stehen. Entziffert ist die Schrift noch nicht, und selbst die Leserichtung ist umstritten.

Fundort: Ivanovtsi bei Vidin, Bulgarien 8.–9. Jh.; Gold 
© Sofia, National Archaeological Institute with Museum – Bulgarian Academy of Sciences

Auf der Suche nach den Jurten

DAS EXPONAT: Model einer Jurte

Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit: nämlich die einzig bekannte Darstellung einer Jurte aus dem Frühmittelalter. Die Linien auf dem Dach sollen Stangen andeuten, jene an den Seiten die Jurtenbänder,  mit denen die Filzwände festgezurrt werden.  Die Ritzzeichnung zeigt ein Pferd und einen  Menschen mit Pfeil und Bogen. Vielleicht ist  hier ein Schamanen-Ritual abgebildet

Fundort: Devnya, Bulgarien 3. Drittel 6./Anfang 7. Jh.; Silber, Granat, 8./9. Jh.; Kalkstein
© Varna, Regional Museum of History

mehr…

Auf der Suche nach den Jurten

DAS EXPONAT: Model einer Jurte

Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit: nämlich die einzig bekannte Darstellung einer Jurte aus dem Frühmittelalter. Die Linien auf dem Dach sollen Stangen andeuten, jene an den Seiten die Jurtenbänder,  mit denen die Filzwände festgezurrt werden.  Die Ritzzeichnung zeigt ein Pferd und einen  Menschen mit Pfeil und Bogen. Vielleicht ist  hier ein Schamanen-Ritual abgebildet

Fundort: Devnya, Bulgarien 3. Drittel 6./Anfang 7. Jh.; Silber, Granat, 8./9. Jh.; Kalkstein
© Varna, Regional Museum of History

Reiternomaden erobern die Schallaburg

Interventionen im Außenraum der Schallaburg

Wie jedes Jahr setzt sich die Ausstellung auch in der Saison 2022 im Außenraum der Schallaburg fort. Im Großen Arkadenhof sowie Richtung Neuschloss finden Sie verschiedene Figuren in Alltagssituationen als Installation in die natürliche Schallaburgumgebung eingebetet.

Feuerstelle und eine angedeutete Zeltstadt sollen Assoziationen an nicht sesshafte Gesellschaften wecken. Dort können Sie mit Ihrer ganzen Familie Spiele entdecken.

 © Gruppe Gut / Martin Stark

mehr…

Reiternomaden erobern die Schallaburg

Interventionen im Außenraum der Schallaburg

Wie jedes Jahr setzt sich die Ausstellung auch in der Saison 2022 im Außenraum der Schallaburg fort. Im Großen Arkadenhof sowie Richtung Neuschloss finden Sie verschiedene Figuren in Alltagssituationen als Installation in die natürliche Schallaburgumgebung eingebetet.

Feuerstelle und eine angedeutete Zeltstadt sollen Assoziationen an nicht sesshafte Gesellschaften wecken. Dort können Sie mit Ihrer ganzen Familie Spiele entdecken.

 © Gruppe Gut / Martin Stark

Bulgaren

Im Jahr 680 lässt sich ein Verband nomadischer Stämme nahe der Donaumündung nieder. Die Menschen sprechen wohl eine türkische Sprache, woher sie kommen, ist aber nicht klar. Sie nennen sich „Bulgaren“ – damals eine Art Sammelbegriff für nomadische Gruppen, von denen manche schon früher im Awarenreich lebten. Nach und nach dehnen die Bulgaren ihr Reich bis zum Balkan aus und bringen Byzanz in Bedrängnis. Anders als die Hunnen, Awaren und Ungarn hinterlassen sie im Zuge der Landnahme deutliche Spuren:

Inschriften, riesige Erdwälle und ganze Städte. Im Lauf der Zeit passen sie sich ihrem Umfeld an. Sie übernehmen die Sprache ihrer slawischen Untertanen und den christlichen Glauben ihrer byzantinischen Nachbarn.

Dieses Erste Bulgarische Reich steigt zur Großmacht auf, ehe es 1018 von den Byzantinern vernichtet wird. Die Erinnerung daran bleibt jedoch lebendig und prägt Bulgarien bis heute.

Stempel_Ungarn_black.png

Tonspuren

DAS EXPONAT: Ungarische Keramik

Den ersten einwandernden Ungarn lassen sich kaum Siedlungen zuordnen. Das liegt vor allem daran, dass man die bekannten Siedlungen nur grob in das 10. und 11. Jahrhundert datieren kann. Hinweise bieten am ehesten Keramiktypen, die erst mit den Ungarn im Karpatenbecken auftauchen, etwa Töpfe mit gerilltem Hals (1). Auch das große Vorratsgefäß (2) hat Parallelen im nördlichen Schwarzmeergebiet. Öllampen (3) sind im 10. und 11. Jahrhundert nur selten nachweisbar.

Fundort: Edelény-Borsod, Ungarn 10. Jh.; Ton
© Miskolc, Herman Ottó Museum 

mehr…

Tonspuren

DAS EXPONAT: Ungarische Keramik

Den ersten einwandernden Ungarn lassen sich kaum Siedlungen zuordnen. Das liegt vor allem daran, dass man die bekannten Siedlungen nur grob in das 10. und 11. Jahrhundert datieren kann. Hinweise bieten am ehesten Keramiktypen, die erst mit den Ungarn im Karpatenbecken auftauchen, etwa Töpfe mit gerilltem Hals (1). Auch das große Vorratsgefäß (2) hat Parallelen im nördlichen Schwarzmeergebiet. Öllampen (3) sind im 10. und 11. Jahrhundert nur selten nachweisbar.

Fundort: Edelény-Borsod, Ungarn 10. Jh.; Ton
© Miskolc, Herman Ottó Museum 

Die Tasche für den Mann

DAS EXPONAT: Taschendeckplatte

Die ungarischen Männer tragen an ihrem Gürtel eine Ledertasche. Ersetzt oder ergänzt man ihren ledernen Deckel durch eine silberne Platte, wird ein Statussymbol daraus. Meist sind die Taschendeckplatten mit Pflanzenmotiven (Palmetten) verziert oder ähneln Mustern von Seidenstoffen. Manchmal erinnern Details wie ein vertikaler Streifen an die ursprünglichen Verschlussriemen aus Leder. 

Fundort: Več/Bodrogvécs, Slowakei 10. Jh.; Silber, teilweise vergoldet; Kupfer
© Budapest, Hungarian National Museum

mehr…

Die Tasche für den Mann

DAS EXPONAT: Taschendeckplatte

Die ungarischen Männer tragen an ihrem Gürtel eine Ledertasche. Ersetzt oder ergänzt man ihren ledernen Deckel durch eine silberne Platte, wird ein Statussymbol daraus. Meist sind die Taschendeckplatten mit Pflanzenmotiven (Palmetten) verziert oder ähneln Mustern von Seidenstoffen. Manchmal erinnern Details wie ein vertikaler Streifen an die ursprünglichen Verschlussriemen aus Leder. 

Fundort: Več/Bodrogvécs, Slowakei 10. Jh.; Silber, teilweise vergoldet; Kupfer
© Budapest, Hungarian National Museum

Materialform

DAS EXPONAT: Schwert mit Säbelgriff

Die ungarischen Reiterkrieger sind gefürchtet. Dennoch ziehen sie im 10. Jahrhundert gegen westliche Ritter immer öfter den Kürzeren. Außerdem wird der kulturelle Einfluss der christlichen Nachbarreiche immer größer. Im Lauf der Zeit verändern die Ungarn daher Bewaffnung und Taktik. Das schwere zweischneidige Schwert ersetzt den leichten Säbel. In der Übergangsphase experimentieren die Ungarn auch mit Schwertern, denen sie einen Säbelgriff verpassen. Doch die Hybridwaffe setzt sich nicht durch. Auch das Reitzubehör wird zunehmend westlichen Vorbildern angepasst.

Fundort: Rakamaz-Strázsadomb, Ungarn 2. Drittel 10. Jh.; Eisen
© Nyíregyháza, Jósa András Múzeum

mehr…

Materialform

DAS EXPONAT: Schwert mit Säbelgriff

Die ungarischen Reiterkrieger sind gefürchtet. Dennoch ziehen sie im 10. Jahrhundert gegen westliche Ritter immer öfter den Kürzeren. Außerdem wird der kulturelle Einfluss der christlichen Nachbarreiche immer größer. Im Lauf der Zeit verändern die Ungarn daher Bewaffnung und Taktik. Das schwere zweischneidige Schwert ersetzt den leichten Säbel. In der Übergangsphase experimentieren die Ungarn auch mit Schwertern, denen sie einen Säbelgriff verpassen. Doch die Hybridwaffe setzt sich nicht durch. Auch das Reitzubehör wird zunehmend westlichen Vorbildern angepasst.

Fundort: Rakamaz-Strázsadomb, Ungarn 2. Drittel 10. Jh.; Eisen
© Nyíregyháza, Jósa András Múzeum

Ungarn

Die frühen Ungarn, auch bekannt als Magyaren, sind ein Bündnis von nomadischen Stämmen überwiegend türkischer und finno-ugrischer Herkunft. In der ungarischen Sprache ist diese Vermischung bis heute erkennbar.

Nach Europa kommen die Ungarn nicht ganz freiwillig: Konkurrierende Nomaden verdrängen sie im 9. Jahrhundert aus ihren Gebieten nördlich des Schwarzen Meeres. Eine neue Heimat finden die Ungarn im Karpatenbecken, das sie um 900 fast ohne Gegenwehr in Besitz nehmen. Nach ihrer Ansiedlung leben sie zunächst vom Krieg, sei es als Plünderer, sei es als Söldner für Nachbarreiche. Doch langsam verändert sich das Reich der Steppenkrieger. Die Ungarn werden Christen und errichten ein Königreich, das zum Vorläufer des heutigen ungarischen Staates wird.

Instinktives Bogenschießen

Historische Kampfkunst lernen

Lernen Sie den Umgang mit Pfeil und Bogen im Ambiente einer original renaissancezeitlichen Schießstatt, die vor 500 Jahren als Ort für Unterhaltung, Feste und Wettkämpfe errichtet wurde. Begleitet von zwei Trainern von Bearpaw Vienna können Sie auf der Schallaburg das Instinktive Bogenschießen für sich entdecken.

Mit viel Spaß und Freude lernen Sie Geist und Körpergefühl zu vertrauen und ganz intuitiv ins Ziel zu treffen. Das Instinktive Bogenschießen auf der Schallaburg ist ein Erlebnis für alle ab 8 Jahren. Ob mit der ganzen Familie oder mit Freunden, ob AnfängerIn oder erfahrene BogenschützIn, sie finden Fokus, Faszination und Freude.

Termine

    Folgen in Kürze

    © Gruppe Gut / Martin Stark

    mehr…

    Instinktives Bogenschießen

    Historische Kampfkunst lernen

    Lernen Sie den Umgang mit Pfeil und Bogen im Ambiente einer original renaissancezeitlichen Schießstatt, die vor 500 Jahren als Ort für Unterhaltung, Feste und Wettkämpfe errichtet wurde. Begleitet von zwei Trainern von Bearpaw Vienna können Sie auf der Schallaburg das Instinktive Bogenschießen für sich entdecken.

    Mit viel Spaß und Freude lernen Sie Geist und Körpergefühl zu vertrauen und ganz intuitiv ins Ziel zu treffen. Das Instinktive Bogenschießen auf der Schallaburg ist ein Erlebnis für alle ab 8 Jahren. Ob mit der ganzen Familie oder mit Freunden, ob AnfängerIn oder erfahrene BogenschützIn, sie finden Fokus, Faszination und Freude.

    Termine

      Folgen in Kürze

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      Steppe_v1.jpg

      Ausstellungskatalog

      Reiternomaden in Europa. Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn

      Lesen Sie von renommierten Fachexperten auf 336 Seiten die neuesten Erkenntnisse zum Thema. Exponate, ihre Herkunft und Geschichte erfahren sowie Zusammenhänge aus der Archäologie entdecken!
      Ein Lesevergnügen für zu Hause!

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      mehr…

      Ausstellungskatalog

      Reiternomaden in Europa. Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn

      Lesen Sie von renommierten Fachexperten auf 336 Seiten die neuesten Erkenntnisse zum Thema. Exponate, ihre Herkunft und Geschichte erfahren sowie Zusammenhänge aus der Archäologie entdecken!
      Ein Lesevergnügen für zu Hause!

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      Das Team der Ausstellung

      Eine Kooperation der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H., Schallaburg, und des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale)

      Künstlerische Leitung
      Kurt Farasin (bis 31.12.2021)

      Ausstellungskonzept und wissenschaftliche Leitung
      Falko Daim
      Dominik Heher

      Wissenschaftliche Arbeitsgruppe
      Andrey Aladzhov, Gergely Csiky, Valeri Grigorov, Bence Gulyás, Zsófia Masek, Zsófía Rácz, László Révész, Levente Samu, Rita Soós, Gergely Szenthe, Tivadar Vida 

      Ausstellungsarchitektur und -grafik
      Gruppe Gut Gestaltung: Jacopo Coen, Lorenzo Colombi, Alfonso Demetz, Uli Prugger
      Architektur: Marcus Handsur, Ileana Ion

      Illustration
      Martin Stark

      Kooperationspartner
      Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie – Landesmuseum für Vorgeschichte, Halle (Saale)
      National Archaeological Institute with Museum – Bulgarian Academy of Sciences, Sofia
      Hungarian National Museum, Budapest

      Mein Besuch

      0 Einträge Eintrag

      Voraussichtliche Besuchszeit

      Liste senden

      Führungen in die Ausstellung

      Historische Spuren lesen

      Von den asiatischen Steppen bis zu uns an die Donau: Die frühmittelalterlichen Reiternomaden in Europa. Wir begleiten Sie in der Ausstellung durch die Reiche der Hunnen, Awaren, Bulgaren und Ungarn. Entdecken Sie mit unserem Team der Kulturvermittlung spannende Aspekte, Unterschiede und Gemeinsamkeiten und verfolgen Sie archäologische wie kulturelle Spuren bis ins Heute.

      Sammelführungen

      Montag bis Donnerstag: 10, 11, 13 und 14 Uhr

      Freitags zusätzlich: 15 Uhr

      Samstag, Sonntag und Feiertag : 10, 11, 13, 14, 15, 16 Uhr

      Familienführungen

      Sonntag und Feiertag 11.30 Uhr

      Das Führungsangebot kostet pro erwachsene Person 4,- €.
      Die Führung startet am Aufgang zur Ausstellung im Großen Arkadenhof der Schallaburg.

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      Kulturelle Verflechtungen: Gürtelschnalle

      DAS EXPONAT: Teilinventar eines Frauengrabes

      Der Großteil der Untertanen und Verbündeten der Hunnenkönige sind Germanen, Alanen, Sarmaten und Angehörige anderer Gruppen. In der Oberschicht entsteht eine recht einheitliche Kultur, die sich vom Schwarzen Meer bis Westeuropa erstreckt.
      Die reiche Dame aus einem Grab in Regöly (Ungarn) etwa trägt germanische Tracht, ihr Schädel wurde in der Kindheit künstlich verformt. Der Krug mit Vogelkopf verweist auf das nördliche Schwarzmeergebiet. Doch heißt das, dass sie auch Germanin ist?
      Und selbst wenn: Ist sie mit den Hunnen nach Europa gekommen? Hat sie sich als Hunnin verstanden? Oder ist sie vor ihnen geflohen?

      Fundort: Regöly-Pénzesdomb, Ungarn 
      © Szekszàrd, Mór Wosinsky County Museum

      Waffe mit Glücksfaktor?

      DAS EXPONAT: Schwert mit Schwertperle
      Die Schwerter aus der Hunnenzeit sind lang, gerade und zweischneidig. Sie werden sowohl von den Hunnen als auch von ihren germanischen Verbündeten geführt. Die „Schwertperle“ ist wohl mit einer Schnur am Griff befestigt und dient vermutlich als eine Art magischer Talisman.
      Dieses Prunkschwert stammt aus dem Grab eines Reiterkriegers, der gemeinsam mit seinem Pferd bestattet wurde.

      Fundort: Taman, Russland 5. Jh.; Eisen, vergoldete Bronze, Glaseinlagen, Schwertperle: Chalzedon
      © Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte

      Für die Dame von Welt: Diadem

      DAS EXPONAT 

      Die reichsten Damen der hunnischen Oberschicht tragen Diademe wie dieses.Bisher sind etwa 20 Exemplare bekannt. Diademe gehören zu jenen Objekten, die sich mit der Ausdehnung des Hunnenreichs bis weit in den Westen verbreiten. Der Besatz des Goldreifens mit Granaten ist typisch für den Modegeschmack dieser Zeit.

      Fundort: Ufer des Tiligul Liman bei Odessa, Ukraine spätes 4./Mitte 5. Jh.; Gold, Granate, Silber (modern)
      © Köln, Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/FOTOCREDIT

      Mit einem Grabungstagebuch zum Familienabenteuer

      Auf der Suche nach dem verschwundenen Schwert

      Das Schwert des Hunnenkönigs Attila ist bei einer Ausgrabung spurlos verschwunden. Um es vor Diebstahl zu schützen, soll es Archäologin Vera auf der Schallaburg versteckt haben. Löst gemeinsam die Rätsel und findet die Hinweise, die Vera hinterlassen hat. Vielleicht können wir das Schwert wiederfinden!

      Vermittlungsangebot für Familien, kostenfrei für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      Vom Pferd begleitet

      DAS EXPONAT: Pferdezubehör aus einem awarischen Kriegergrab 

      Nach Beisetzung des Kriegers von Derecske opfert man einen etwa sieben bis neun Jahre alten Hengst mit einer Schulterhöhe von 142 Zentimetern. Er wird in einer flacheren Grube gleich neben dem Krieger bestattet. Die Trense, die Beschläge des Zaumzeugs, die Steigbügel und die Beinbeschläge des Sattels sind noch erhalten. Als Speisebeigabe erhält der tote Krieger zudem ein Stück Pferdefleisch.

      Fundort: Derecske-Bikás-dűlő, Ungarn
      © Debrecen, Déri Múzeum

      Der Kreislauf der Mode

      DAS EXPONAT: Gürtelgarnitur

      Die Awaren haben die aufwendig verzierten Gürtel nicht erfunden. Als sie in Europa ankommen, tragen sie noch schlichte Modelle, die höchstens mit Eisen und Knochenteilen verziert sind. Erst durch den Kontakt mit dem Byzantinischen Reich finden sie Geschmack an Gürteln, von denen zahlreiche schmälere Riemen mit Metallbeschlägen baumeln. Die Byzantiner wiederum haben Gürtel dieser Art von Nomaden aus Innerasien kennengelernt.

      Fundort: Budakalász-Dunapart, Ungarn um 650; Bronze, Silberblech, Eisen, teilweise vergoldet
      © Szentendre, Ferenczy Museum Center

      Spätantiken Bilderwelten

      DAS EXPONAT: Scheibenfibel: Der hl. Georg tötet den Drachen

      In Amsterdam bildete sich das erste Zentrum großartiger Globenbauer. Der Kupferstecher Josse de Hondt wurde unter seinem lateinischen Namen Jodocus Hondius einer der ersten Stars seiner Zunft. Zwei seiner berühmten Globen hat der Maler Jan Vermeer in seinen Gemälden „Der Astronom“ und „Der Geograph“ verewigt.

      Fundort: Nagyharsány, Ungarn Ende 6./Anfang 7. Jh.; Silberblech, Bronzeblech
      © Pécs, Janus Pannonius Museum

      Audio-Guide

      In Kürze auf Deutsch und Englisch verfügbar.

      © Gruppe Gut / Martin Stark

      Blutopfer

      DAS EXPONAT: Altar

      Steinblöcke wie dieser dienen den Bulgaren als Altäre, um darauf Tiere zu opfern. Deren Blut wird über die Rillen in ein rechteckiges Becken abgeleitet. Die Oberflächengestaltung spiegelt den Grundriss mehrerer bulgarischer Tempel wider. Mehr als 20 solcher Altäre sind bisher gefunden worden. 

      Fundort: Silistra, Bulgarien 9. Jh.; Kalkstein
      © Silistra, Regional Historical Museum

      Rätselhafte Zeichen

      DAS EXPONAT: Ring mit Rune

      Ähnlich den türkischen Stämmen  der Steppe kennen die Bulgaren eine  Runenschrift, die sie auch nach ihrer Ansiedlung an der Donau weiterverwenden. Die Runen sind auf Steinen, Ziegeln, Tongefäßen und Schmuckgegenständen erhalten. Oft handelt es sich nur um einzelne Zeichen, die vielleicht magische  Bedeutung haben oder Besitz markieren. Bisweilen können Runen auch auf dem Kopf stehen. Entziffert ist die Schrift noch nicht, und selbst die Leserichtung ist umstritten.

      Fundort: Ivanovtsi bei Vidin, Bulgarien 8.–9. Jh.; Gold 
      © Sofia, National Archaeological Institute with Museum – Bulgarian Academy of Sciences

      Auf der Suche nach den Jurten

      DAS EXPONAT: Model einer Jurte

      Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit: nämlich die einzig bekannte Darstellung einer Jurte aus dem Frühmittelalter. Die Linien auf dem Dach sollen Stangen andeuten, jene an den Seiten die Jurtenbänder,  mit denen die Filzwände festgezurrt werden.  Die Ritzzeichnung zeigt ein Pferd und einen  Menschen mit Pfeil und Bogen. Vielleicht ist  hier ein Schamanen-Ritual abgebildet

      Fundort: Devnya, Bulgarien 3. Drittel 6./Anfang 7. Jh.; Silber, Granat, 8./9. Jh.; Kalkstein
      © Varna, Regional Museum of History

      Reiternomaden erobern die Schallaburg

      Interventionen im Außenraum der Schallaburg

      Wie jedes Jahr setzt sich die Ausstellung auch in der Saison 2022 im Außenraum der Schallaburg fort. Im Großen Arkadenhof sowie Richtung Neuschloss finden Sie verschiedene Figuren in Alltagssituationen als Installation in die natürliche Schallaburgumgebung eingebetet.

      Feuerstelle und eine angedeutete Zeltstadt sollen Assoziationen an nicht sesshafte Gesellschaften wecken. Dort können Sie mit Ihrer ganzen Familie Spiele entdecken.

       © Gruppe Gut / Martin Stark

      Tonspuren

      DAS EXPONAT: Ungarische Keramik

      Den ersten einwandernden Ungarn lassen sich kaum Siedlungen zuordnen. Das liegt vor allem daran, dass man die bekannten Siedlungen nur grob in das 10. und 11. Jahrhundert datieren kann. Hinweise bieten am ehesten Keramiktypen, die erst mit den Ungarn im Karpatenbecken auftauchen, etwa Töpfe mit gerilltem Hals (1). Auch das große Vorratsgefäß (2) hat Parallelen im nördlichen Schwarzmeergebiet. Öllampen (3) sind im 10. und 11. Jahrhundert nur selten nachweisbar.

      Fundort: Edelény-Borsod, Ungarn 10. Jh.; Ton
      © Miskolc, Herman Ottó Museum 

      Die Tasche für den Mann

      DAS EXPONAT: Taschendeckplatte

      Die ungarischen Männer tragen an ihrem Gürtel eine Ledertasche. Ersetzt oder ergänzt man ihren ledernen Deckel durch eine silberne Platte, wird ein Statussymbol daraus. Meist sind die Taschendeckplatten mit Pflanzenmotiven (Palmetten) verziert oder ähneln Mustern von Seidenstoffen. Manchmal erinnern Details wie ein vertikaler Streifen an die ursprünglichen Verschlussriemen aus Leder. 

      Fundort: Več/Bodrogvécs, Slowakei 10. Jh.; Silber, teilweise vergoldet; Kupfer
      © Budapest, Hungarian National Museum

      Materialform

      DAS EXPONAT: Schwert mit Säbelgriff

      Die ungarischen Reiterkrieger sind gefürchtet. Dennoch ziehen sie im 10. Jahrhundert gegen westliche Ritter immer öfter den Kürzeren. Außerdem wird der kulturelle Einfluss der christlichen Nachbarreiche immer größer. Im Lauf der Zeit verändern die Ungarn daher Bewaffnung und Taktik. Das schwere zweischneidige Schwert ersetzt den leichten Säbel. In der Übergangsphase experimentieren die Ungarn auch mit Schwertern, denen sie einen Säbelgriff verpassen. Doch die Hybridwaffe setzt sich nicht durch. Auch das Reitzubehör wird zunehmend westlichen Vorbildern angepasst.

      Fundort: Rakamaz-Strázsadomb, Ungarn 2. Drittel 10. Jh.; Eisen
      © Nyíregyháza, Jósa András Múzeum

      Instinktives Bogenschießen

      Historische Kampfkunst lernen

      Lernen Sie den Umgang mit Pfeil und Bogen im Ambiente einer original renaissancezeitlichen Schießstatt, die vor 500 Jahren als Ort für Unterhaltung, Feste und Wettkämpfe errichtet wurde. Begleitet von zwei Trainern von Bearpaw Vienna können Sie auf der Schallaburg das Instinktive Bogenschießen für sich entdecken.

      Mit viel Spaß und Freude lernen Sie Geist und Körpergefühl zu vertrauen und ganz intuitiv ins Ziel zu treffen. Das Instinktive Bogenschießen auf der Schallaburg ist ein Erlebnis für alle ab 8 Jahren. Ob mit der ganzen Familie oder mit Freunden, ob AnfängerIn oder erfahrene BogenschützIn, sie finden Fokus, Faszination und Freude.

      Termine

        Folgen in Kürze

        © Gruppe Gut / Martin Stark

        Ausstellungskatalog

        Reiternomaden in Europa. Hunnen, Awaren, Bulgaren, Ungarn

        Lesen Sie von renommierten Fachexperten auf 336 Seiten die neuesten Erkenntnisse zum Thema. Exponate, ihre Herkunft und Geschichte erfahren sowie Zusammenhänge aus der Archäologie entdecken!
        Ein Lesevergnügen für zu Hause!

        © Gruppe Gut / Martin Stark